HySON auf dem ForumMIRO in Berlin

Auch dieses Jahr fand wieder das ForumMIRO in Berlin statt. Ganz im Sinne der Fragestellung des klimagerechten und bezahlbaren Bauens sowie der Digitalisierung und Technik, gab es viele spannende Workshops für die HySON Wissenschaftlerinnen Julia Kirschbaum und Lea Mannsbart zu erleben.

Unter anderem wurde ein besonderes Augenmerk auf die zukunftsträchtigen Energien, deren Erzeugung und Speicherung zur Pufferung und als Lastausgleich gelegt. Das HySON Institut durfte im Zuge dessen, Wasserstoff als eine echte Möglichkeit zum Lastausgleich vorstellen.

Warum beim ForumMIRO?

Die Gewinnung von Steine und Erden ist ein sehr energiereicher aber absolut notwendiger Prozess. Neben den Materialien für unser Häuser und Straßen, sind Erzeugnisse aus diesem Sektor auch in vielen anderen Bereichen unseres täglichen Lebens nicht mehr wegzudenken. Keine Keramik, kein Glas, keine Chemie, keine Batterie und kein Smartphone ohne Steine und Erden.  Zwar gab es bereits in den vergangenen Jahren deutliche und sehr effektive Maßnahmen zur Einsparung von CO2-Emissionen um mehr als die Hälfte, jedoch bietet sich aufgrund des weiterhin hohen Energiebedarfs der Branche und den unaufhaltsamen Fortschritt der Technik ein unheimlich großes Potential durch Erzeugung und Nutzung von erneuerbaren Energien.

Diese Möglichkeiten wurden vom diesjährigen ForumMIRO aufgegriffen. Mittels mehrerer Workshops, konnte ein breites Informationsangebot über die Reduzierung des CO2-Fußabdruckes, sowie dessen Flächenbedarfs in Bezug auf die mineralische Rohstoffgewinnung gegeben werden. Darüber hinaus wurden unter anderem zukunftsgerichtete Möglichkeiten für Steinbruch und Kiesgrube mittels PV-Anlagen zur Energieerzeugung, beispielsweise auch Floating-PV-Anlagen auf Kiesseen, präsentiert. Im anschließenden Vortrag galt es ein Speichermedium für den Lastausgleich und dessen Produktion und vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten vorzustellen: grünen Wasserstoff!

HySON Mitarbeiterin Julia Kirschbaum referiert über Wasserstoff als Medium zum Lastausgleich

HySON Mitarbeiterin Julia Kirschbaum referiert über Wasserstoff als Medium zum Lastausgleich

Wie kann ich mir grünen Wasserstoff als Lastausgleich vorstellen?

Als Ausgangsposition soll der Lastgang einer PV-Anlage an einem durchschnittlich bewölkten Sonnentag dienen. Dieser produziert ab Sonnenaufgang bis – Untergang in einem Kurvenverlauf grünen Strom. Während Anfang und Ende durch wenig Leistung gekennzeichnet sind, lassen sich Leistungsspitzen über die frühen Vor- bis hin zu den späten Nachmittagsstunden verzeichnen. Zu diesen Zeiten übersteigt die Stromproduktion den Bedarf, sodass es neben dem Eigenverbrauch einen deutlichen Überschuss an Energie zu verzeichnen gibt, welchen es im Zuge der Effizienz zu Speichern gilt.

Hier kommt der Wasserstoff ins Spiel. Mittels der überschüssigen Energie kann ein Elektrolyseur gespeist werden, der durch Wassereinsatz, Wasser- und Sauerstoff erzeugt. Mittels verschiedener Systeme kann dieser für spätere vielfältige Verwendungszwecke in Industrie, Wärme, Strom oder Mobilität gespeichert werden, sodass Lastspitzen sinnvoll und effizient abgefangen werden können. Je nach Speichertechnik entsteht darüber hinaus Wärme, die für andere Prozesse genutzt werden und einen wichtigen Teil zur gelebten Sektorenkopplung beitragen kann. Der als Nebenprodukt anfallende Sauerstoff kann entweder direkt im Unternehmen selbst genutzt oder beispielsweise auch in der chemischen Industrie eingesetzt werden und somit zur Wirtschaftlichkeitssteigerung beitragen.

Kurzum: Wasserstoff ein echtes Multitalent!

Unter diesem Teaser vertraten die HySON Mitarbeiterinnen Julia Kirschbaum und Lea Mannsbart das HySON Institut und beantworteten verschiedene Fragen rund um Möglichkeiten zur Produktion und Speicherung von Wasserstoff, sowie zu dessen sinnvollen Einsatz. Neben vielen interessanten Gesprächen, Gedanken und Inspirationen, entstanden auch die ein oder anderen Projektidee und Kontakte. Wir bedanken uns für diese tolle Möglichkeit und spannenden Tage und sagen freudig: Bis nächstes Jahr!